Angefangen hat alles am  Montag 25.4.16.

Nach dem Geburtstagskuchenessen unseres Ältesten lag Milky tot im Garten.

Nichts deutete auf eine Erkrankung hin, keine Verletzungen waren zu finden.

Ich hoffte, dass die knapp 2 jährige Häsin einfach einen "Erbfehler" hatte und sie deshalb starb

Am 26.4.16 fand ich in der Facebook Gruppe die Warnung einer Userin, dass 3 ihrer Kaninchen an RHD verstorben seien.....ich wollte den Gedanken daran nicht zulassen, aber er schwirrte nun in meinem Kopf.

Mittwoch 27.4.16

Morgens um 7.00 Uhr fand ich Andi tot im Gehege.

Auch er hatte keine Krankheitsanzeichen und keine Verletzungen.

Ich wartete noch, dass ich meine TÄ anrufen konnte und fuhr auf deren Rat anschließend in die Pathologie München um meinen Verdacht auf RHD untersuchen zu lassen.

 

Um kurz vor 17.00 Uhr kam der Anruf der Pathologie, dass alles darauf hinweist, dass es RHD sein kann.

Die Leber war brüchig, Magen, sowie Lunge haben Einblutungen.

Meine TÄ erwartete meinen Rückruf und kam dann umgehend um Notzuimpfen.

Vorher klärten wir noch ab, was man tun kann. Ein Telefonat mit einer Kanichenfachärztin bestätigte die Notimpfung aller klinisch gesunden Tiere ohne Fieber, als einzige Chance.

Mein Mann fing die Kaninchen, ich maß Fieber, schrieb mit. Mein TÄ zog die Spritzen auf und impfte.

Gegen 19.30 Uhr waren wir bis auf 4 Kanichen fertig, der Impfstoff ging uns aus.

Wir haben uns nach Überlegungen entschieden alle Tiere zu impfen. Es wirkten alle klinisch gesund, aber einige hatten Fieber. Aber ich entschied mich dann trotzdem für die Impfung.

 

Donnerstag 27.4.16 heute kam die TÄ nocheinmal und wir konnten den Rest durchimpfen.

Die Kaninchen durften dann alle in den Garten um ihren gewohnten Tagesablauf zu haben, denn jeder unnötige Stress muss ja vermieden werden.

Die nächsten Tage gestalteten sich als der absolute Albtraum. Ich verbrachte die meiste Zeit im Gehege um schwache Kanichen einzusammln, unters Rotlicht zu legen und mit telefonisch mit einer Tierhomöopatin abgestimmten Mittelchen zu kämpfen.

Ich merkte auch Reaktionen auf die Mittel. Sie kamen kurz aus der Untertemperatur, aber es hat den Verlauf nur verlangsamt und womöglich den Todeskampf  abgeschwächt.

So klingelte auch täglich nachts mein Wecker, damit ich nicht länger wie 3Std. weg von den Tieren war.

Da einige homöopatische Mittel nicht zu bekommen waren, fuhr Hans sogar bis Amberg in eine Apotheke um keine Chance zu vergeuden.

 

Leider war die Krankheit so tödlich, dass für weitere 32 Tiere der Kampf aussichtslos war.

Es starben

25.4  mittags Milky

 

27.4. früh morgens Andi

 

28.4.  15.00 Uhr Grace

          ~18.40 Uhr Hanna

          ~18.40 Uhr Filou

          ~21.00 Uhr Elvira-Candy

          23.25 Uhr Chaplin

          23.50 Uhr Hugo

 

29.4.  sehr früh Felix

          sehr früh Pascha

          5.50 Uhr Eseli

          17.33 Uhr Momo

          18.17 Uhr Lou

          19.15 Uhr Emil-Lillebror

 

30.4.  sehr früh Nilay

          ~11.30 Uhr Anton

            12.45 Uhr Emma

           ~15.00 Uhr Sissi

          ~ 15.00 Uhr Nero

          ~ 17.00 Uhr Floki

            19.30 Uhr Timmy

           ~22.30 Uhr Sascha

 

1.5.    sehr früh Majikku

          sehr früh Weißer Blitz

          sehr früh Lia

          19.45 Uhr Bussi

2.5.    17.30  Uhr Luna

         ~19.15 Uhr Sunny

         sehr spät Kangoo

 

3.5.   sehr früh Sarotti

         ~ 1.30 Uhr Mädel

          13.40 Uhr Wölkchen

          

4.5.   3.25 Uhr Charly

 

Jedes Kaninchen mit genauer Zeitangabe starb in meinen Armen. Es gibt keine Worte dafür wie furchtbar diese agressive Seuche ist. Innerhalb von 9 Tagen ist unser ganzer Garten mit einer furchtbaren Traurigkeit überschattet worden.

 

Auch die Hunde waren viel dabei und haben sich von den toten Kaninchen und von den im Sterben liebenden Kanichen verabschiedet.

Kaninchen Oskar war herzzerreißend niedlich. Er hat Timmy versucht zu animieren gesund zu sein. Timmy lag erschöpt unter dem Rotlicht und Oskar ärgerte ihn so lange bis Timmy aufstand.

Als Lia tot im Gehege lag, stubste Oskar sie an. Er wollte, dass sie aufwacht. Als ich sie dann langsam hochhob, streckte sich Oskar und wollte sich nicht von ihr trennen. Da sag nochmal einer, dass Tiere keine Gefühle haben!

 

 

 

 

4 Kaninchen haben überlebt.

Sammy - 4 Jahre nie geimpft. 2012 hat er Myxomatose überlebt, war sonst nie krank

 

Oskar - 3 Jahre, war 2 Jahre Zuchtkaninchen und lebte in einer Bucht. Bekam laut Züchterin das letzte mal RHD Impfung im Mai 2015

            Er zog aber Anfang Mai 2015 zu mir und hatte von da ab ständig gesundheitliche Probleme mit diversen Abszessen. Vor RHD

            einen Kieferabszeß, der gespalten wurde, mit KS gespült wurde. Auch nach RHD ging es mit dem nächsten Kieferabszeß und

             einem EC Ausbruch weiter.

 

Bonnie und Archie - 3 Jahre. Beides Gastkaninchen. Sie wurden bis Januar 2015 jährlich mit Cunivak RHD/Myxo geimpft

 

Das war meine Rasenmäherbande bis zum Morgen des 25.4.2016.